Letzte Aktualisierung am 22.06.2017

Kreativität: Spiel mit den Belichtungsvariablen


Bevor es aber los geht, kurz noch einmal was wir verändern können:

Wie bei der Belichtungsmessung gelernt, gehört zu jeder Blendenöffnung eine Belichtungszeit. Sprach gebräuchlich bilden sie ein Paar.

Im AE-Modus Programmautomatik ( P ) können sie die voreingestellten Werte für Blende und Verschlusszeit ändern, ohne dass sich die Belichtung, also die auf das  Bild eintreffende Lichtmenge ( EV ), ändert.

Diese Funktion wird Programmverschiebung genannt.

Programmverschiebung und Anzeigen

Belichtungsmessung

Warum verschiedene Wichtungen bei der Belichtungsmessung ?

Mehrfeldmessung

In diesem Verfahren misst die Kamera automatisch die geeignetste Belichtung

durch Beurteilung der Helligkeitsverteilung über die gesamte Anzeige.

Dieses Verfahren wird für normale Einstellungen empfohlen.

 Mitten betonte Integralmessung  

In diesem Verfahren misst die Kamera automatisch die geeignetste Belichtung

durch Beurteilung der Helligkeitsverteilung über die Mitte der Anzeige. Ca. 30%

Verwendung bei Portraits, Gesichtserkennung, Makro,

 Fein Spotmessung  

In diesem Verfahren misst die Kamera automatisch die geeignetste Belichtung

durch Beurteilung der Helligkeitsverteilung über einen Bruchteil der Anzeigefläche,

der Mitte der Anzeige. Ca. 5%

Verwendung bei Portrait, Mode- und Objektfotografie,

Sonnenaufnahmen, Mondaufnahmen

Fehlmessungen !!

Aber ACHTUNG !!

Wenn Ihr die Messmethode ändert, solltet Ihr sie dann auch wieder zurückstellen.

In dem folgen Beispiel war die Belichtungsmessung auf Feinspott 5% eingestellt.

Beide Bilder sind unter annähernd gleicher Bedingungen gemacht, innerhalb weniger Sekunden.

Was ist passiert, das beide verschieden belichtet sind?

Bild 1

Der Feinspott mißt die Belichtung in der Blütenmitte, fast weiß wird grau da die Kamera automatisch unterbelichtet.

Beispiel Schnee

Bild 2

Nun sitzt die Biene mit ihrem schwarzen Fell im Feinspotbereich.

Die Kamera belichtet automatisch über.

Beispiel schwrze Objekte.

Fehlmessung durch Finspot Einstellung


Kreativität durch verändern der Kompination, aber nicht der Belichtung

Verschieben des Paares aus Blende und Zeit

Das " Pärchen "

 

                   

   f      

Zeit inSek.

ISO   

 Mess-

 wert

 8

 1/500

 100

       

 A

5,6

1/1000

100

 B

16

1/125

100

 C

32

?

100

 D*

?

1/8

100

 E

1.4

?

100

 F

8

?

200

 G

?

1/500

 

200

 4

?

800

Tip für Beispiel D*

Sollten die Lichtbedingungen lange Belichtungszeiten nicht hergeben, hilft ein "Graufilter".

Graufilter abgeleitet von unserer Graukarte, dämpft das einfallende Licht für alle Komplementärfarben.

    

                           normales Objektiv                                                                                                       mit Filtervorsatz

Beispiele:

 

Kurze Belichtungszeit 1/ 1.600 s "friert" Bewegungen ein, Lange Belichtungszeit 1s läßt Bewegungen "fließen"

 

 

Kleine Blende f1.3, geringe Tiefenschärfe              Große Blende f 36, große Tiefenschärfe

 

Tiefenschärfenrechner Online

 


Kreativität durch verändern des Lichtwertes ( LW ),

+/- Ev ( Exposure Value )

Fall 1: Eingriff an der Kamera  

Besondere Situationen die den Belichtungsmesser nicht überfordern, die Kamera aber falsch interpretieren lassen !

Kamera belichtet unter, der Schnee ist zu hell, deswegen wird Ev abgezogen. Bild wirkt Grau

Korrektur : Ev zugeben, hier +1,3

 

Kamera belichtet über, zu viel dunkles Schwarz, deswegen wird Ev zugegeben, Bild wirkt Grau

Korrektur: Ev abziehen, hier -0,66


Kreativität durch verändern des Lichtwertes ( LW ),

+/- Ev ( Exposure Value )

Fall 2: Eingriff in die Bildgestaltung 

Noch einmal zurück zur Belichtung

am Anfang fragten wir:

Richtige Belichtung - aber wie ?     Aber was ist richtig oder Falsch ?

Betrachtet man die beiden Bilder einzeln, ohne das andere zu kennen, wäre alles in Ordnung.

Aber jetzt wo wir beide kennen ?

Keines von beiden ist richtig belichtet !!, weil wir nicht wissen was richtig ist.

Im linken Bild war die Kamera auf Vollautomatik gestellt. Auto, Grün, oder Grüne Welle genannt. Hier war nur einer kreativ - die Kamera.

Die Vollautomatik ist das " Rundum sorglos Paket "     oder ??

Im rechten Bild war jemand kreativ. Aus den Bildern lassen sich leider nicht die EXIF Daten lesen. ( EXIF dazu später )

Aber hätte ich das Bild gemacht, wäre folgendes passiert:

Kammera auf P, Programmautomatik, mit Programmshift mindestens auf Blende f 7.2 besser f8 verschieben.

Bildmitte exakt auf die Sonne ausrichten, Auslöser halb drücken, gedrückt lassen und das Bild komponieren. Aulösen. Fertig.

Warum ?

Programmautomatik deshalb, weil ich hier die Blende oder die Zeit vorgeben kann.

Shift / Verschiebung auf f7.2 oder f8, damit ich genug Schärfentiefe/Tiefenschärfe habe. Heißt, von ganz Nah bis Unendlich ist alles Scharf.

Sonne exakt in die Mitte: hier ist das meiste Licht, der Belichtungsmesser mißt jetzt wie bei prallem Sonnenschein, aber bewertet das Bild anders. Da die Bildmitte so extrem hell ist, wird mit Wichtung auf die Mitte, die Belichtung Falsch. Falschmessung !

Heißt, die Sonne ist annähernd richtig belichtet, der Rest wird Unterbelichtet !

Den Auslöser halb drücken und halten ! 

Jetzt das "Pärchen" verschieben auf  f7.2 oder f8

Den Auslöser weiter halten !

Warum ? Durch halten des Auslösers, halten wir den gemessenen Wert für die Falschmessung im Speicher der Kamera. AE-Lock  !

Bild komponieren und auslösen, jetzt wird unser Bild mit den falschen Messwerten belichtet. Fertig.

 

So läßt sich auch erklären, was mit der Vollautomatik passiert.

Vor dem Auslösen, halbgedrückter Auslöser

mißt und speichert die Kamera die Belichtung, die Lichtverteilung, Farbunterschiede ( Thema Nikon ) und den Fokuspunkt.

An Hand dieser, wird die Szene erkannt. Daraufhin wird alles eingestellt. Blende, Zeit, Farbausgleich ( Whiteballance ), Position des Fokuspunktes im Bild etc.

Neuere Modelle haben sogar eine Gesichtserkennung, das heißt, wird ein Augenpaar erkannt, wird auf die Augen fokusiert und die Belichtung auf das Gesicht gewichtet, aber nur auf die Person, die am nächsten zur Kamera steht. Aber meinen wir die auch ?

Hilfreich für Alzheimer auf jeden Fall, ist erst einmal ein Gesicht erkannt, kann man in der Kamera dem Gesicht einen Namen zuordnen. Bei den nächsten Aufnahmen des Gesichtes, ordnet die Kamera dem neuen Bild immer wieder den bekannten Namen zu.

Alles Automatisch. Ist das gut ?

Automatiken können aber auch helfen, du bestimmst aber, wie das Bild bewertet ist.

Da sind wir dann bei den Kreativprogrammen.

 

 

nochmal und nochmal...Richtige Belichtung - aber wie ? Aber was ist richtig oder falsch ?

Den Lichtwert Ev der Kamera für ständig verändern. Warum ?

Zuerst solltest du für dich wissen, was du mit den Fotos machst.

Hier geht es in erster Linie um Subjektivität.

Type 1: Bilder werden meistens ausgedruckt, und als Papier gespeichert

Type 2: Bilder werden nur auf dem PC oder Displays betrachtet.

Zu Type 1: Kamera sollte als Setup immer eine Überbelichtung gespeichert haben,

da Papier Ausdrucke nicht leuchten.

Zu Type 2: Kamera sollte als Setup immer eine Unterbelichtung gespeichert haben, da Displays grell leuchten.

Tip: meist reicht eine Nuance aus +/- 0,333 Ev ( Lichtwert )

Belichtungsreihe zum finden der Belichtungskorektur

Funktion an der Kamera

Symbol Autobreacket

 

Spezial :

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